Derzeit erhitzen sich die Gemüter in Greifswald / Vorpommern wegen der geplanten Umbennenung des "Karl-Marx-Platz". Daß den auf der Grundlage der Marx'chen Ideen entwickelten Ideologien kommunistischer Prägung Millionen Menschen zum Opfer fielen, sollte für eine solche Umbennenung Grund genug sein.
Wer nun aber glaubt, daß irgendeine Person mit integrierendem, versöhnendem Charakter für die neue Namensgebung in Frage käme, der irrt. Auch steht kein Volksheld zur Debatte, keine tapfere Verkörperung preussischer Tugenden, kein Schöngeist, kein Erfinder… nein, die Opposition hat sich ausgerechnet auf Dietrich Bonhoeffer festgelegt, von dem gesagt wird, daß er die Niederlage Deutschlands herbeisehnte und dafür sogar Hoch- und Landesverrat zu begehen bereit war.
Selbst Kasernen dürfen ja in Deutschland nicht mehr die Namen tapferer Soldaten tragen, auch dann nicht, wenn diese bereits im Ersten Weltkrieg gefallen sind und somit überhaupt keinen Bezug zum Dritten Reich hatten oder - um es politisch korrekt auszudrücken, die durch die Gnade der frühen Geburt, die Zeit der nationalsozialistischen Terror- und Gewaltherrschaft gar nicht erst erleben mußten.
Wir erinnern uns auch an jenen Heimatdichter, nach dem die Durchgangsstraße einer Neubausiedlung benannt worden war. Ihm war jedoch die Gnade sowohl der frühen, als auch die der späten Geburt versagt geblieben und als dann ein Alt-Linker in eben diese Straße zog, gab der solange keine Ruhe, bis er unter hunderten von Gedichten und Erzählungen dieses Heimtadichters eine einzige Zeile fand, die er zum Anlaß nahm, eine Umbenennung zu fordern, die dann vom Gemeinderat auch pflichtgemäß vorgenommen wurde. Diese Zeile, die sich auf das Nibelungenlied bezog lautete: "Und wie einst Jung-Siegfried den Drachen erschlug, so schlägt auch Jung-Deutschland den j.... Trug!" Danke, das genügt, sagte der Alt-68er und alles nickte...
Der Versuch über das Tilgen ihrer Namen auch die Erinnerung an die betreffenden Personen auszumerzen, ist über 3.000 Jahre alt und es mag uns trösten, daß es damals schon nicht geklappt hat. Die Nachfolger Echnatons (Amenophis IV) ließen auch überall seinen Namen ausmeißeln, die Liste der Pharaonen wurde getürkt, alles wurde verbrannt und niedergerissen. Genutzt hat das nichts, im Gegenteil. Gerade daß man versucht hat, die Erinnerung an ihn zu tilgen, macht Echnaton zu einem der interesantesten Pharaonen überhaupt...
So soll man auch die Namen Marx und Bonhoeffer nicht aus den Geschichtsbüchern streichen, das würde sie nur interessanter machen, Plätze braucht man deshalb aber auch nicht nach ihnen zu benennen und so will ich abschließend einen Vorschlag machen, der in jedem anderen Volk der Welt zumindest ernsthaft diskutiert werden würde: Benennt den Platz doch nach einem vorbildlichen und tapferen Soldaten des letzten Weltkrieges. Nach einem, der seinem Eid getreu gekämpft und auch nach dem verlorenen Krieg stets für die Ehre und das Ansehen seines Volkes gestritten hat. Nennt ihn Otto-Ernst-Remer-Platz!
Ich hatte noch die Ehre Otto Ernst Remer persönlich kennenlernen zu dürfen und ich glaube nicht, daß dieser grundanständige Soldat "antisemitische Gedichte" geschrieben hat, es kann also nichts passieren...
04.04.2006