Aus aktuellem Anlaß:

Der KDS zum Thema "Waffen und Gewalt"


Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts war es gar keine Seltenheit, daß Aktivisten aus diversen rechten Gruppen, damals bevorzugt Wehrsportgruppen, von vermeintlich guten Kameraden billige Waffen (oder sogar Sprengstoff) zum Kauf angeboten wurden. Bei der Übergabe der Waffen wurde die Szenerie dann schlagmäßig in gleißendes Licht getaucht, Blaulichter zuckten durch die Dunkelheit und von Angehörigen eines "Sondereinsatzkommandos" sah sich der waffenkaufende Kamerad plötzlich niedergeworfen, gefesselt und verhaftet. Wieder einmal war einer der gutgläubigen Aktivisten auf einen alten Trick des Verfassungsschutzes hereingefallen, wieder einmal konnte man billig einen Aktivisten aus dem Verkehr ziehen, die Gruppe, der er angehörte, in die Nähe des Terrorismus rücken und die gesamte rechte Szene kriminalisieren.

Das änderte sich erst schlagartig mit jenem legendären "Organisationsbefehl der ANS/NA", den Michael Kühnen Anfang des Jahres 1983 erlassen hatte. Er verbot den Mitgliedern seiner Truppe nicht nur das Horten und Sammeln von Waffen und Sprengstoff, sondern auch Strategiegespräche zu deren Gebrauch. Schlagartig war dem Gegner diese Waffe aus der Hand geschlagen und beim Verbot der ANS/NA wurden dann auch keine verbotenen Waffen gefunden, Sprengstoff schon gar nicht und es gab auch keine Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Vollzug des Verbots.

Nun gibt es zwar keinerlei Beweise dafür, daß der Verfassungsschutz in diesen Tagen sein altes "Ich-hab-billige-Waffen-für-Dich!"-Programm wieder neu aufgelegt hat und dennoch häufen sich mysteriöse Vorgänge, die so etwas nahelegen könnten. Aus Berlin wurde z.B. vermeldet, daß ein gewisser Michael B. per SMS nach Munition für eine Weltkriegswaffe nachgefragt hat, die ihm der Berliner KDS-Chef besorgen sollte. Kurz darauf ereilte uns der Vorschlag man müsse statt Saddam Hussein lieber den jüdischen Regisseur des Helge-Schneider-Films über Adolf Hitler aufhängen und dann bat jemand aus Holland um eine Liste mit Aussteigern, die nun nach und nach liquidert werden sollen.

Da das, was sich hier vielleicht ganz lustig liest, auch sehr schnell zum blutigen Ernst werden kann, erklärt die Organisationsleitung hiermit nochmal unmißverständlich:

Der KDS lehnt die Anwendung von Gewalt zur Erreichung politischer Ziele strikt ab. Außer dem jedermann zustehenden Notwehrrecht wird die Anwendung von Gewalt nicht akzeptiert und wer dennoch zur Gewalt greift, wer Waffen und Sprengstoff hortet oder sammelt oder wer Strategiegespräche zu deren Gebrauch führt, schließt sich automatisch selbst aus unserer Gemeinschaft aus.

Wir werden keinem irgendwelche Jahre zurückliegenden Jugendsünden vorrechnen, aber mit dem Tag seines Beitritts akzeptiert jedes Mitglied obigen Grundsatz ohne wenn und aber, andernfalls betrachten wir ihn als nicht zu unserer Gesinnungsgemeinschaft gehörig.

Berlin, den 07.02.2007