Michael Koth / Interview mit der Zeitschrift "Fahnenträger"

1. Stelle Dich bitte unseren Lesern kurz vor und beschreibe Deinen politischen Werdegang.

Im Jahre 1969 wurde ich Mitglied der FDJ und habe am 4. Oktober 1969 mein Blauhemd auf dem Berliner Fernsehturm, am Vorabend des 20. Jahrestages der DDR, bekommen. Dies vom damaligen 1. Sekretär des Zentralrats, aber nicht der Juden, sondern der FDJ, Günther Jan. Ich bin dann insgesamt einmal aus der FDJ, zweimal aus der Partei geflogen, dreimal auch wieder rehabilitiert worden in Zeiträumen von einigen Monaten bis zu einem Dreivierteljahr. Ich war jeweils in verschiedenen Funktionen tätig, in drei kommunistischen Parteien auf deutschem Boden. Der SED, der DKP, die heute eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst ist, und in der SED Westberlins, die sich idiotischerweise im Januar 1990 selbst aufgelöst hat. Zudem war ich in der Singebewegung der FDJ aktiv tätig und in der Zeitung "Singe" (ein Organ der FDJ-Führung 1970 - 1976) mit diversen Artikeln vertreten. Des weiteren war ich als Korrespondent zu Gast bei den Bezirkssingetagen und beim Großen Festival des Politischen Liedes.

In den Jahren 1974-79 habe ich auch sehr viel im Bereich der Agitation und Propaganda im Rahmen der FDJ gemacht. Dabei habe ich fast alle (angeblich) sozialistischen Länder bereist und war insgesamt viermal in der Sowjetunion. Es gab eine Zusammenarbeit mit Freunden aus Vietnam und Angola. Beruflich war ich lange Jahre bei der Deutschen Reichsbahn bzw. bei den Nachfolgebetrieben untergebracht. Etwa ab 1988 habe ich festgestellt, daß die SED nicht in der sozialen, sondern in der nationalen Frage gescheitert ist. Die idiotische These ab 1976, daß es keine Deutsche Nation mehr gäbe, sondern eine kapitalistische BRD- und eine sozialistische DDR-Nation, die diktiert von der Sowjetunion und ausgeführt von Hermann Axen aus dem Zentralkomitee, war natürlich der Anfang vom Ende und der Totengräber unseres Staates.

Es gibt da sicherlich noch eine ganze Menge mehr zu erzählen. Wer mehr wissen will, sollte die Internetseiten über meine Person lesen. Allerdings werden dort auch sehr viel Lügen und Halbwahrheiten verbreitet. Am Ende des Jahres 2004 wird ein Buch über mein politisches Leben erscheinen, dort soll es dann weitere Informationen geben.

2. Welche Aufgaben und Funktionen hast Du im K.D.S.?

Ich bin Mitglied der Organisationsleitung, gemeinsam mit meinen Kampfgenossen Thomas Brehl, Peter Habermann und Axel Reitz. Ich bin der 1. Sekretär der Bezirksleitung Berlin / Gau Brandenburg. Zur Zeit ist es so, daß ich im gesamten Bereich der Ex-DDR tätig bin, weil wir hier doch in vielen Dingen - wenn wir historisch gesehen auch ein Volk sind - mit den Menschen eine andere Sprache gesprochen werden muß als es viele Rechte und Linke in der Alt-BRD heute tun. Eine lange Zeit war ich als Schriftleiter für den Gegenangriff (die Zeitschrift des KDS) tätig, das tue ich aus verschiedenen Gründen nicht mehr. Weiterhin gebe ich "Die Wahrheit" (Organ der Bezirksleitung Berlin) heraus, bin presserechtlich verantwortlich und stehe natürlich auch ideologisch hinter der Zeitschrift "Wetterleuchten" dem Theoretischen Organ des KDS, sowie unserer neuen Zeitung "Die Freiheit" in Halle.

3. Wie kam es zur Gründung des K.D.S.? Wer hat diesen mutigen Schritt gewagt?

Man hatte mich Ende 1996 aus der KPD "gesäubert" und es sind damals viele alte Kampfgefährten und Genossen mit mir gegangen und haben diesen formaljuristischen Willkürakt - ideologisch und politisch braucht man darüber kann nicht zu reden - nicht mehr mitgemacht. Es haben sich ja aus 35jähriger politischer Tätigkeit auch weitreichende Kontakte ergeben. Irgendwann dann auch zu Thomas Brehl, dem man höchstes Lob aussprechen muß, als Revolutionär, Visionär und Kämpfer, der schon lange vorher durch verschiedene Ideen, zum Beispiel der "Revolutionären Jugend Frankfurt a.M." Briefe zu schreiben, versucht hat, die Einheit aller Volksgenossen zu erreichen und das natürlich zuerst auf revolutionärer Grundlage, da man ja den dritten Schrift nicht vor dem ersten tun kann. Als einziger "Rufer in der Wüste", zumindest im rechten Lager, habe ich ihn dann mehr oder weniger zufällig kennengelernt und wir haben am 1. Mai 1999, nach einem Jahr Vorbereitungszeit, den KDS gegründet.

4. Das rot-braune Bündnis ist sicherlich in beiden Lagern stark umstritten. Erkläre uns kurz warum genau dieses Bündnis die Zukunft des deutschen Volkes sichern soll? Zumal der rote Sozialismus ja ein internationaler ist und genau das ist es, was die Völker heute zu zerstören droht - der Internationalismus!

Man muß erst einmal anmerken, daß natürlich dieses Bündnis in beiden Lagern sehr umstritten ist. Das liegt nicht zuletzt daran, daß ein Großteil der Leute in beiden Lagern das Konzept nicht verstanden haben bzw. das dieses aus Dogmatikern rechter und linker Couleur besteht und diese nicht bereit sind, über ihren Schatten zu springen, sie sind nicht bereit zu sehen, daß es in beiden deutschen Sozialismusversuchen (die DDR genau wie im Dritten Reich) hoffnungsvolle Ansätze gegeben hat. Aber auch Irrtümer, Idiotien und durchaus auch Verbrechen. Das heißt, daß man das positive beider Versuche übernehmen kann, ja eigentlich übernehmen muß. Das Falsche und Idiotische muß nicht noch einmal kopiert werden, das wäre grotesk und entspricht keineswegs unseren Vorstellungen von einem Neuen Deutschland.

Zum einen wird es eine Politik, wie es sie in der DDR gab (ab 1976/77), welche sich gegen große Teile des Mittelstandes richtete durch Repräsentanten wie Günther Mittag, im neuen Sozialismus nicht geben. Es soll in diesem Fall eben eine mittelstandsfreundliche Politik geben. Ich möchte allerdings zur Ehrenrettung dieses SED ZK-Mitgliedes sagen, daß die Vernichtung des Mittelstandes hier in Mitteldeutschland größtenteils durch das gegenwärtige kapitalistische System vollzogen wurde.

Ein anderes Beispiel zur Zeit des Nationalsozialismus: Wir sind Freunde Rußlands und Freunde seiner Völker und greifen durchaus auf historische Traditionen z.B. die der Wlassow-Bewegung auf, die ich mindestens 30 Jahre meines Lebens als Konterrevolutionär angesehen habe. Solche Hetzbroschüren wie der "Untermensch", die Schmierereien eines "Stürmers" oder einer verbrecherischen Besatzungspolitik, wie sie in der Ukraine unter Herrn Koch (dem übrigens nach 1945 kein Haar gekrümmt wurde) vollzogen wurde, muß aus tiefstem Innern abgelehnt werden. Aber wir können auch auf positive Beispiele eben dieser Zeit verweisen. Zum Beispiel die Tätigkeit des Gauleiters Frauenfeld auf der Krim, der früher Gauleiter in Wien war und von 1934 bis 1936 gemeinsam mit Kommunisten in Konzentrationslagern des "Austro-Faschismus" verbracht hat.

Der erste internationale Sozialismus, wie ihn heute noch trotzkistische Sekten vertreten, ist selbstverständlich gescheitert. Die Sozialleistungen dieses Sozialismus sind nicht gescheiter, denn 80% der Menschen in Osteuropa haben unter dem, was wir für Sozialismus hielten, wesentlich besser gelebt als heute unter dem Turbo-Kapitalismus (Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt). Schlußfolgernd daraus, ergibt sich auch die Zusammenarbeit mit den Freunden aus dem Irak, aus Kuba, den Palästinensern, der PLO und der PFLP, aber auch mit den Menschen aus Nordkorea, denn entscheidend ist: International nur der nationale Sozialismus!

5. Während der Zeit der Weimarer Republik gab es einen Kampf zwischen den Weltanschauungen. SA-Männer und Rotfrontkämpfer mussten ihr Leben lassen. Denken wir nur an den ermordeten Sturmführer Horst Wessel, der von Kommunisten brutal erschossen wurde. Wie willst Du die Kämpfer von heute, vor allem jene die in der Tradition dieser Weltanschauungen stehen, wieder an einen Tisch bekommen?

Zu Horst Wessel muß man sagen, daß er in unseren Kreisen Jahrzehntelang als Zuhälter und Verbrecher galt und nicht etwa sein Mörder Ali Höhler. Eigentlich war es Höhler und seine Leute, die aus Ringervereinen kamen und wenig mit Idealismus am Hut hatten, der Kommunist und Buchautor Heinz Knobloch enthüllte dies in seinem Buch "Der Arme Epstein". Es geht aber nicht darum, gegenseitig Rechnungen aufzumachen, ich könnte mindestens 20 Rotfrontkämpfer aus Berlin und Umgebung aufzählen die umgekehrt ermordet wurden. Nach meinen statistischen Angaben, die nicht aus kommunistischen Quellen stammen, hatten bis 1933 etwa 650 Rotfrontkämpfer und 1.800 bis 2.000 SA-Männer ihr Leben verloren.

Ich möchte auf das Titelbild des Wetterleuchten 03/2001 verweisen. Rotfrontkämpfer und SA-Mann geben sich die Hände und am Boden liegt ein Kapitalist mit deutlich erkennbarer Prägung der amerikanischen Ostküste. Wem nutzt also dieses gegenseitige Morden und Abschlachten unter den Volksgenossen? Dr. Joseph Goebbels brachte die Sache auf den Punkt: "Es gibt zwei verschiedene Weltanschauungen, Sie sind der Meinung meine Herren, Sie haben recht", und wir sind der Meinung, wir haben recht. Wenn es aber gegen den Kapitalismus geht (der Zuruf galt den Kommunisten im Saal), haben beide immer recht (Quelle: Broschüre "Lenin oder Hitler", 1928)

6. Im Nationalen Widerstand sprechen viele davon, sie seien nationale Sozialisten oder Nationalsozialisten. Ist der Sozialismus in dieser Bewegung nur noch eine Worthülse um wenigstens so an alte Traditionen anzuknüpfen?

Wir sind ja nun aus dem kommunistischen Lager gekommen und sind in der BRD ja nie "angekommen", deswegen heißen wir auch nicht Gysi, Pau, Brie und Konsorten.

Natürlich ist es bei vielen eine Worthülse genauso wie in der Deutschen Kommunistischen Partei. In dieser Partei ist das Problem, daß viele alte Leute dort mitwirken (Durchschnittsalter: 59,4 Jahre). Man greift dort auf erlebte Traditionen zurück und hat demzufolge mit diesem Staat wenig gemeinsam. Man lebt natürlich nur in der Vergangenheit und ist oft nicht in der Lage für die Gegenwart aktuelle Entwürfe für die Zukunft des eigenen Volkes zu erstellen. Das ist beim nationalen Widerstand, der sich ja größtenteils aus jungen Menschen, aus Idealisten zusammensetzt, eigentlich um so erstaunlicher und um so trauriger, daß man nicht vielleicht auch mal die Eltern oder die Großeltern fragt, die vielleicht zur DDR-Aufbaugeneration gehört haben. Diese können euch zumindest vom zweiten Sozialismusversuch großartige Dinge berichten und eben nicht nur die Horrorgeschichten einer Gauckbehörde.

Dementsprechend ist es natürlich bei Dogmatikern beider Lager zu einer Worthülse verkommen. Bei jungen Menschen aus dem Nationalen Widerstand muß man allerdings Verständnis dafür haben. Sie sehnen sich nach einer Zeit "frei wie die Väter zu sein". Ich bin auch der Meinung, daß man alle Gedenktage feiern sollte und Traditionen unserer Geschichte pflegen muß. Aber man muß in der Gegenwart auch mal Schranken einreißen, wie wir es zum Beispiel mit dem Sozialistischen Winterhilfswerk tun. Da kann man den jungen Menschen Alternativen zeigen von dem was wir schon mal hatten und was wir jetzt und in Zukunft in einem neuen Deutschland wieder brauchen. Entscheidend in dieser Rolle sind Persönlichkeiten und Führer. So zum Beispiel in der Ostmark. Dort ist die Kommunistische Partei Österreichs nur bei 0,3% der Wahlstimmen. Der Spitzenkandidat in Graz, Ernst Kaltenegger, hat sich dagegen ausgesprochen, daß die Arbeiterwohnsiedlung "Karl Marx" an Ausländer vergeben wird und hat mittlerweile 21% der Stimmen erhalten. Das vielleicht einfach mal zum Nachdenken.

7. Ein großer deutscher Staatsmann der Geschichte sagte einmal auf den Vorwurf, die Deutschen würden die Freiheit terrorisieren: "... jawohl die terrorisieren wir, wenn die Freiheit auf Kosten der Gemeinschaft geht ..." Für wie wichtig hältst Du die Freiheit des Einzelnen?

Die Freiheit des Einzelnen muß man natürlich unterscheiden. Es gibt den schrankenlosen Individualismus, der heute den "glänzenden" Ausdruck im Loveparade-Wahnsinn, McDoof, Burger-King-Essen und amerikanischer Pop-Unkultur findet. Die Freiheit im Kollektiv ist das Gegenstück zum Individualismus. Denn nur wenn ein Volk frei ist kann auch der einzelne Volkgenosse frei sein. Diese Freiheit des Einzelnen wird im Kollektiv verwirklicht wo natürlich jeder einzelne das Recht haben muß, seine Nische, seinen Rückzugsraum zu haben wo er dann zu sich finden kann. So werden zum Beispiel große Werke nicht immer im Kollektiv geschaffen vor allem im Bereich der Kultur und der Kunst. Bilder werden ja nicht kollektiv zu Hunderten gemalt, aber auch technische Erfindungen und Entwürfe sind größtenteils Ergebnisse der Arbeit eines Einzelnen oder eben eines kleinen Forscherkollektives. Die großen literarischen Werke der Vergangenheit sind auch Meisterwerke, die von Einzelpersönlichkeiten geschaffen wurden.

Wir wollen Freiräume schaffen, aber wir wollen auch diejenigen "die sich nicht so trauen" wirklich ins Kollektiv mit einbeziehen damit diesen das Erlebnis des Kollektives spüren lassen, das ich aus DDR-Zeiten noch kenne, wo eben keiner links oder rechts liegen gelassen wurde. Sei es schlechte Leistungen in der Schule, Probleme in der Ausbildung oder private Probleme, man hat eben keinen alleine gelassen, sondern versuchte den Menschen zu helfen. Es mag zu Zeiten der DDR für manchen, den man ins Kollektiv einbinden wollte, schon zu aufdringlich gewesen sein, aber es ist doch in der Nachbetrachtung besser so als wir es heute erleben - frei nach dem Grundsatz "Jeder stirbt für sich allein".

8. Würdest Du die NPD oder die PDS in irgendeiner Weise als reaktionär bzw. revolutionär bezeichnen?

Wir sind ja nun weit vom Schubladendenken abgekommen um zu sagen »Die NPD« oder »Die PDS«. In der NPD gibt es unterschiedliche Strömungen, wobei man mit einigen sehr gut zusammenarbeiten kann, bei anderen habe ich allerdings leichte Zweifel ob das politische Wirken nicht nur nostalgisch bezogen ist, so wie es unter anderem auch in der PDS innerhalb der Kommunistischen Plattform ist. Man muß eben vor Ort entscheiden was man mit dem einzelnen Aktivisten machen kann.

Es ist eine Illusion zu glauben, die PDS oder die NPD auf revolutionäre Positionen zu schieben. Bei der PDS verhindern das Gysi, Brie, Gerke und Co. Diese werden den Laden lieber fünfmal spalten, als daß man die PDS zu einer Partei des Deutschen Sozialismus macht. Da stehen ganz andere im Hintergrund, die es nicht zulassen werden, daß sich dieser Wandel vollzieht.

Meine Hochachtung zu den kommunalen Leistungen der NPD, wie zum Beispiel in der Festung Königsstein mit 21% und vielen anderen Orten, wie zum Beispiel der erfolgreiche Kreisverband in Greifswald. Aber die NPD ist wohl so durchsetzt von Spitzeln, Agenten und Provokateuren, daß dort ein vernünftiger Kurs nicht möglich ist. Wir hatten es mit dem berühmten "Roten Flugblatt" in Leipzig probiert. Dieses war ein Aufruf an die DDR-Elite (die DDR-Elite beginnt von der Putzfrau und endet beim Generaldirektor, also umfaßt alle Funktionsträger) und dieses Flugblatt ist vom Parteivorstand der NPD zurückgepfiffen worden. Udo Voigt hatte dann den "Neuen Kurs", der in Sachsen begonnen wurde, per Interview in der Deutschen Stimme wieder eingestellt. Erfolg mache ich nicht daran fest, daß ich also mit diesem "Neuen Kurs" Hunderte oder Tausende von Linken gewinne, sondern es haben sich sehr viele Kontakte in der damaligen Zeit ergeben, um Brücken zwischen eben diesen beiden Lagern zu bauen oder auch um gutwillige linke Aktivisten für eine gerechte Sache zu begeistern.

9. Welchen Platz hat in Deiner Weltanschauung ein Vereintes Europa? Ein Europa der freien Völker und Vaterländer in einem starken Staatenbündnis.

Der einfache Ausspruch: "Europa erwache" sollte unseren Weg in die neue Zeit bestimmen. Die hoffnungsvollen Ansätze der Europäischen Staaten, die sich gemeinsam gegen einen Krieg im Irak gestellt haben, zeigen wie wichtig ein starkes Europa in der Welt ist. Wir befürworten ein vereintes Europa, wo aber die Regierungschefs ihr Volk nicht für Dollar oder Schekel verkaufen, sondern für ein Europa der einzelnen territorial freien Vaterländer. Das Europa wie die Wall-Street es sich vorstellt oder auch wie es in der Sowjetunion angestrebt war, die Auflösung der Nationalstaaten, wollen wir nicht gut heißen und bekämpfen derartige Bestrebungen.

10. Welche Aussichten hast Du für die Zukunft?

Die Aussichten sind verhalten optimistisch, sonst brauchte man den Kampf gar nicht führen, sondern könnte ihn aufgeben bevor er überhaupt richtig begonnen hat. Ich halte es mit der alten Parole: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat schon verloren". Wenn auch alles nicht zum Besten steht: "Die dunkelste Stunde der ganzen Nacht, ist die Stunde vor dem Sonnenaufgang" sagte einst Dr. Joseph Goebbels. Wir befinden uns gerade in dieser besagten Stunde. Diese kann natürlich noch Jahrzehnte andauern. Vielleicht werden wir das neue Deutschland auch nicht mehr erleben, aber man führt ja seinen Kampf nicht als Selbstdarsteller, sondern für sein eigenes Volk und für den wahren Sozialismus.

11. In der Zeit des Dritten Reiches wurden lediglich 7.000 Gestapo-Mitarbeiter eingesetzt um ein Volk von mehr als 80 Millionen Menschen zu überwachen. Das Ministerium für Staatssicherheit beschäftigte in der DDR mehr als 83.985 hauptamtliche und 17.6000 Inoffizielle Mitarbeiter - und das bei nur 15 Millionen Einwohnern. Spricht das nicht für die Beliebtheit eines Staates?

Wäre diese Frage von jemand der ominösen "Gauck-Behörde" (einer der größten Heuchlerinstitutionen auf deutschem Boden) gekommen, hätte ich sie als Provokation empfunden. Sicherlich ist Euer streben die Suche nach Wahrheit, wobei es natürlich keine wertneutrale Wahrheit gibt, sondern Wahrheit ist immer volks- bzw. klassengebunden. Wir leben nun mal in einer Klassengesellschaft und wollen die Volksgemeinschaft herstellen, aber die Existenz von Klassen ist ja nun mal real vorhanden. Das wird einigen Rechten natürlich nicht gefallen, genausowenig wird es einem Linken gefallen, daß er Volksgenosse ist. Sie haben nicht verstanden, daß man zwar aus Fußball- oder Sportvereinen austreten kann, aber nicht aus einer Volksgemeinschaft.

Was die genannten Zahlen betrifft, würde ich diese bei der Gestapo erheblich nach oben setzten und die von "uns" erheblich nach unten. Das läuft aber nicht darauf hinaus, daß die Zahlen dann identisch wären. In den letzten 8 - 9 Jahren der DDR hat sich die Zahl der Inoffiziellen Mitarbeiter beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS) verdreifacht. Dazu empfehle ich das Buch "Die Sicherheit" herausgegebenen von einem Autorenkollektiv unter der Leitung von Dr. Willi Opitz, welches neben Schönfärberei und "allgemeinem Blabla" auch sehr viele Fakten zu dieser Thematik enthält.

Diese Zahl hat sich verdreifacht, weil in den letzten Jahren der DDR ein völlig falsches Sicherheitskonzept entstanden war. Die Partei übertrug der Staatssicherheit die komplette Reiseregelung, was eigentlich die Aufgabe des Ministeriums des Inneren gewesen wäre. Die Arbeit in den Verwaltungen und Kommunen wurde immer schwieriger und die einfachsten Ergebnisse wurden damit erzielt, daß man sich an Mitarbeiter des MfS gewandt hat, denn man wußte damals, daß dort nicht nur die Türen klappten, da klappte wirklich was.

Wenn die Zahlen nun auch angeglichen würden, wären die Mitarbeiter für unsere 17(!!) Millionen Einwohner wesentlich höher als im Nationalsozialismus. Man muß sich dabei einfach nur mal die Frage stellen, ob die Anzahl der Inoffiziellen Mitarbeiter automatisch eine Unterdrückung war? Wer ist denn bitte wann, wo und wie unterdrückt worden? Das heißt aber noch nicht, daß ehrliche Leute zu Unrecht ins Gefängnis gekommen sind. Zum Beispiel in den Waldenburger Prozessen oder bei meinem alten Freund und Nationalkommunisten, Wolfgang Harich, der 8 Jahre in der DDR im Gefängnis absitzen mußte, weil er eben seine Vorstellungen der Deutschen Einheit von 1957/58 einbringen wollte. Damals wurde diese Einheit auch noch ganz offen propagiert. Wolfgang Harich hat schließlich nicht zu den Schreihälsen gehört und der hätte wahrlich Grund gehabt so wie Tausende andere auch, die langjährig inhaftiert waren. Zu den Personen, damit meine ich nicht die berechtigten Kritiker, gehören einstige Bürgerrechtler, die sich heute zu den größten Kriegstreibern entwickelt haben, die gegen die NVA und das MfS waren und sich dann vor orgastischer Freude nicht einkriegen konnten, als Bomben auf Jugoslawien fielen.

Fakt ist, daß die Zahlen der Mitarbeiter beim MfS deutlich überzogen waren, und von einer massiven Unterdrückung kann man hier wirklich nicht sprechen. Der normale Bürger, der sein Leben im Nationalsozialismus gelebt hat und auch in der DDR "nicht weiter aufgefallen war", hatte natürlich nichts zu befürchten. Mit den Sicherheitsorganen hatten nur jene zu tun, die abweichende Meinungen hatten und ich glaube, daß der Umgang mit diesen Leuten bei uns in der DDR, wie auch im Nationalsozialismus, war in vielen Dingen überzogen. Man hätte mit den Leuten auf einer anderen Ebene kommunizieren müssen. Die Partei und die Massenorganisationen in der DDR waren in den letzten zehn Jahren sehr bequem geworden und anstatt sich mit gutmütigen Kritikern auseinanderzusetzen, hat man diese eben an die Staatssicherheit weitergeleitet. Man konnte mit der Staatssicherheit auch was Positives erreichen, wenn man zum Beispiel über die Lebensumstände an Materialversorgungsstellen oder zur Verbesserung der Versorgung in der Kaufhalle ein Gespräch mit den Offiziellen oder Inoffiziellen Mitarbeitern führte, war dies recht effektiv. Wenn man dann noch angegeben hat nicht zur Kommunalwahl zu gehen, sind die Mitarbeiter des MfS schon in Panik ausgebrochen, weil man Angst hatte, sonst das lächerlich, verlogene 99%- Ergebnis nicht zustande zu bekommen. Wer heute mit Wahlverweigerung droht, wird von den Kapitalisten allenfalls ausgelacht.

Verbrecher, Lumpen und Strolche gab es in jedem Sicherheitsorgan. In meiner Zeit habe ich viel mit der Staatssicherheit zusammengearbeitet und ich bereue dies auf keinen Fall. Die Menschen die ich dort kennengelernt haben waren alle anständige Idealisten, die an ihre Sache geglaubt haben, die treu waren und im Prinzip von der eigenen Parteiführung auf das Übelste "in die Pfanne gehauen wurden". Ein Großteil dieser Menschen waren deutschdenkende Menschen mit einem Ordnungssinn und gesundem Verstand, die auch heute von der PDS bodenlos enttäuscht wurden, weil sie dort lediglich als Geldspender oder Organisatoren eingesetzt wurden, weil auch eben die Leute von der PDS wußten "die haben was auf der Kirsche". Aber Funktionen durften sie nicht übernehmen, das war wohl eine Art "PDS-Rassegesetzgebung". Ein Beispiel ist ein ehemaliger führender Mitarbeiter der Staatssicherheit aus Helmstedt, der hat von seinen Bürgern, die wußten wo er herkam, 35% der Stimmen erhalten aber er durfte auf Druck von Gysi nicht in den PDS-Landesvorstand gewählt werden. Um diese Leute sollten wir uns wieder bemühen, schließlich gilt es irgendwann auch diese Leute in die neue Volksgemeinschaft miteinzubeziehen.

Auch ein sozialistisches Großdeutschland in der Zukunft wird Sicherheitsorgane brauchen. Denken wir nur mal an die Überfremdung, wenn sich in Deutschland alles ändert und ein nationaler ein völkischer Sozialismus entsteht, dann werden die Grenzen wohl mit Grenzsicherungsanlagen zu versehen sein und dann können wir auf viele gute und erfahrene Leute zurückgreifen. Gegen die Agenten der Zionisten, Saboteure oder die Pseudo-Menschenrechtler und Gutmenschentypen (die alles andere sind, nur keine gute Menschen) kann man nicht mit Papier und Resolutionen vorgehen. Man kann natürlich diskutieren und alles Mögliche versuchen aber irgendwann ist Schluß und dann muß man mit Schutz- und Sicherheitsorganen gegen diese Leute vorgehen. Das sind Realitäten, die endlich erkannt werden müssen, sonst können wir die neu errungene Macht ja gleich wieder kampflos aufgeben.

Im Klartext heißt es: Es wird neue Sicherheitsorgane geben müssen. Die Fehler der Vergangenheit sollen nicht wiederholt werden. Undurchschaubare Mechanismen in diesen Organen (siehe Verfassungsschutz) werden wir auch zu verhindern wissen und den Bürgern dann vielleicht wirkliche Sicherheit bieten können.

Manch einer mag nun sagen, das Ganze ist sehr oberflächlich behandelt worden, aber ich bin gerne zu Diskussionen bereit. Im Übrigen wird in meinem Buch dann zu diesem Thema noch einiges mehr stehen.

Letzte Worte:

Danke, daß ihr mir die Möglichkeit gegeben habt, diese Fragen hier zu beantworten und ich möchte alle Leser Eurer hervorragenden Zeitschrift recht herzlich grüßen. Wir hoffen auf eine gute Zusammenarbeit zwischen den Freunden, Kameraden und Genossen hier aus Berlin und Brandenburg mit den Kameraden von der Wasserkante bei Euch in Pommern.

Ferner möchte ich grüßen: Meinen Freund Fita und seine treue Kameradin Donna, Micha Togram, Otto Robertow und die Deutschlandbewegung "Berliner Gruppe", sowie die Leser der Zeitschrift "Kalaschnikow", den "Märkischen Heimatschutz" und zum Schluß, aber nicht als Letztes, Sebastian Schmidtke aus Eggersdorf und Ingo L. aus Halle.

Michael Koth