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Elsässer und die Volksfront

Quelle: wahrheiten.org - Autor: Waldgänger

Am 10. Januar hielt Jürgen Elsässer, ehemaliger Stichwortgeber der sogenannten Antideutschen, im Berliner Stadtteil Kreuzberg einen Vortrag über die Idee der Gründung einer „Volksfront gegen das Finanzkapital“. Auch vor der Preußischen Gesellschaft in Berlin, einem Sammelpunkt von Intellektuellen, Konservativen und Rechten, zur geistigen Erneuerung Deutschlands, hielt Elsässer diesen Vortrag und fand die Versammlung respektabel. Elsässers Grundgedanke für die Volksfront: Von Gauweiler über das Industriekapital bis Lafontaine sollen alle zusammenarbeiten, um den Wirtschaftskrieg der Geldmächte gegen Deutschland zu beenden.

Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt... Elsässer ein Faschist!? Ja, sie haben richtig gelesen, die Idee Elsässers wurde nämlich schon einmal gedacht und das war im Italien der 20er und 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Alle arbeiten zusammen um die Angriffe der Hochfinanz abzuwehren, die Elsässer dann auch gleich als eigene Klasse identifiziert, was der Linken die Möglichkeit einräumt, den geliebten Klassenkampf nicht aufgeben zu müssen. Die damalige italienische, von Sozialisten initiierte Volksfront umfaßte klerikale und rechte Kreise ebenso, wie das Industriekapital, die Arbeiter und Intellektuellen, selbstständige Handwerker, Bürgerliche und Sozialisten. Im nationalsozialistischen Deutschland wurde das ähnlich, aber nicht gleich gedacht. Nach Elsässers ersten Sätzen waberte dann folgerichtig das Wort von der Querfront durch den Raum. Ausgesprochen von einem der Gäste, gedacht von vielen, wie die Reaktionen zeigten.

Die Verwirrung der Begriffe „Nationalsozialistisch“ und „Faschistisch“ geht auf die Kommunisten zurück, die den Faschismus als Kampfbegriff benutzen, um jede andere Form des Sozialismus zu verhindern. Zum Beispiel die, eines Sozialismus in den Farben der Nation. Das es schon zu Zeiten der Komintern falsch war, ist einerlei, denn auch heute noch nutzt Elsässer diesen Kampfbegriff und nennt alles Faschistisch, von dem er sich abgrenzen möchte. So beginnt der Vortrag sofort mit der politisch korrekten Weigerung, mit wirklich allen gesellschaftlichen Kräften zusammenzuarbeiten. Ob er den Spagat der inhaltlichen Linie und der politisch korrekten Abgrenzung wirklich durchhalten kann ist indes fraglich, denn die Volksfront wird nur zu einer Volksfront, wenn wir den inneren Bürgerkrieg endlich beenden!

Kommen wir aber noch einmal auf den Wirtschaftskrieg zurück, den Elsässer richtig sieht und den er beenden will. Elsässer wird sich wohl darüber im Klaren sein, daß der Wirtschaftskrieg anglo-holländischer und amerikanischer Finanzkreise schon vor der Zeit der Zollunion in Deutschland gegen unser Land begann und seither erbittert geführt wird. Er wird auch wissen, daß es dieser Wirtschaftskrieg war, der in die beiden heißen Weltkriege überging, und es wird Ihm zudem klar sein, daß sowohl die Krise der Weimarer Republik als auch der Nationalsozialismus Ergebnis eben dieses Wirtschaftskrieges und seiner „heißen Brüder“ war. Von der sogenannten Nachkriegsordnung ganz zu schweigen. 1870 hat Frankreich versucht die Reichseinigung durch einen Krieg zu verhindern, was mit der Proklamation des Reiches in Versailles endete. Frankreich war übrigens auch nur erschrocken über die Wirtschaftskraft des vereinten Deutschen Reiches und nicht auf Grund undemokratischer Gene unseres Volkes. Diese Chimären glauben nur noch Propagandapapageien.

Die Kreise um Elsässer entdecken den Nationalstaat als Schutz- und Trutzbündnis der Völker wieder. Was jedoch Staatsvolk und Nationalstaat ist, will er nicht den „Faschisten“ überlassen, sondern selbst definieren. Jede zusammengewürfelte Ansammlung in einem abgegrenzten Raum ist nach seiner Definition eine Nation. Davon hat die Linke schon immer schwadroniert, bevor sie konsequenterweise die Minderheiten als Kampfinstrument gegen diese Nation entdeckte und damit, ebenso konsequent, der als Feind erkannten Hochfinanz aufsaß. Das vorrangige Interesse der Finanzkreise ist auf die Aneignung aller Ressourcen ausgerichtet, die sie benötigen, um alles unter ihre Kontrolle zu bringen. Der Nationalstaat steht dem entgegen, weil er ein allgemeines Interesse haben und jedes Partikularinteresse in das allgemeine Interesse überführen muß, damit er Staat im Sinne der Definition bleiben kann. Das bedeutet, daß die Hochfinanz sich unterordnen muß und die meisten ihrer „Innovationen“ ganz einfach bei Strafe verboten bleiben.

Elsässer analysiert den beklagenswerten Zustand der Linken weltweit richtig, falsch ist die Frage, wem es nützt, beantwortet, woran auch der positive Bezug auf die aktuellen Entwicklungen in Lateinamerika nichts ändert. Elsässer bleibt vorläufig den politisch korrekten Zwingherren des Zeitgeistes verpflichtet. An dem Punkt seines Vortrages, der einen Ausblick geben soll, wird Elsässer undeutlich, zur Zukunft der Nation will oder kann er sich nicht äußern. Die Frage bleibt: Was geschieht mit dem Nationalstaat, wenn die Hochfinanz besiegt wurde? Soweit soll noch nicht gedacht werden, oder soll es dann so weiter gehen, wie bisher? Mit all dem Blödsinn dem sich die Linke verschrieben hat. Gender, Minderheiten, Klimaschwindel und Cholesterinlüge?! Wir werden sehen, ob es einer erneuerten Linken gelingen wird, an ihre eigentliche Aufgabe anzuknüpfen. Den Menschen das Recht zu verschaffen, nicht aber es zu definieren! Dazu muß sie allerdings den Ideenschrott, den sie seit Beginn der Renaissance angehäuft hat, wieder loswerden und auf ihr mechanisch- materialistisches Weltbild weitgehend verzichten.

Im Frühjahr 2009 will die Volksfront einen Kongreß in Berlin organisieren, bei dem die politische Linie diskutiert und festgehalten werden soll. Ich werde dort sein und beobachten, wie es weitergeht. Übrigens, ich bin ein Anhänger der Volksfrontidee, wenn sie eine wirkliche Volksfront wird und nicht in der derzeitigen linken Inzucht (Elsässer) verharren sollte. Volksfront heißt auch, das Ende des inneren Bürgerkrieges und Schaffung einer übergreifenden Idee, die alle Teile mobilisieren kann. Ein Kampf der Hochfinanz allein genügt diesem Anspruch noch nicht.